LEIPZIG. (Ceto) Schon gestern war an selber Stelle die Rede von einem ruhigen Börsentag. Nun, das war im heutigen Tagesverlauf nicht anders. Und so kleiden Analysten den Begriff „Langeweile“ in Worte: „Die Marktteilnehmer halten sich vor den Notenbanksitzungen zurück“, schreibt die Commerzbank. „Am Vormittag verhielten sich die Marktteilnehmer weiter ruhig“, befindet Futures Services. „Die Investoren an den Rohstoff- und Finanzmärkten haben sich im Hinblick auf die anstehenden Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (Donnerstag) und der US-Notenbank Fed (Mittwoch) weitestgehend zurückgehalten“, ergänzt Oil Market Report – und liefert eine Begründung, die wir in Texten wie diesem hier also noch zwei Tage lesen müssen, wenn sich anderswo nichts Unerwartetes tut. Im Iran werden die Reibungen größer – nur ist das eben nicht unerwartet. Immerhin gibt es kleine technische Einflüsse durch Unterstützungen und Widerstände beim elektronischen Handel, die die altbekannten Werte der Rohstoffnotierungen erstmals seit Freitag ein wenig in Schwung bringen. Und zwar abwärts: Ein Barrel Nordseeöl (Brent) gibt’s am europäischen Dienstagnachmittag für 105,20 Dollar, ein Barrel US-Leichtöl (WTI) kostet zur selben Stunde nach Eröffnung der amerikanischen Märkte 88,50 Dollar. Letzteres bedeutet einen Wertverlust in Höhe von 1,50 Dollar innerhalb von 90 Minuten – angesichts des bisher trägen Sommerloch-Geschehens in der laufenden Kalenderwoche schon eine Hausnummer.
Der Euro kann sich ein wenig berappeln, auch hier stecken technische Gründe hinter dem Wertgewinn. Ein bisschen wohl auch die Hoffnung auf Draghi und frische Scheine aus dessen Zentralbank. Davon profitiert Heizöl: Hundert Liter kosten im bundesdeutschen Schnitt heute 90,86 Euro (bei Anlieferung von 3.000 Litern). Eine Ersparnis von gerade 20 Cent gegenüber gestern, aber hinsichtlich der Ad-hoc-Entwicklung geht es morgen eventuell in die gleiche Richtung weiter.
